Elias Canetti

Elias Canetti, Masse und Macht. Sonderausgabe, Hamburg 1984 (Original 1960)

Anatomie ist nichts fürs empfindsame Seelen. „Masse und Macht“ des aus Bulgarien stammenden jüdischen Schriftstellers Elias Canetti (1905-1994) betreibt eine Anatomie des 20. Jahrhunderts. Tief in die Eingeweide dessen scheidet er ein, was darin an Dämonie aufgebrochen ist. Und er setzt den Schnitt an genau einer Stelle an, dem Phänomen der Masse und ihrer Domestizierung durch die Macht. Masse ist für ihn wie ein dunkler Bann, der sich über den Einzelnen legt und ihn beherrscht. Weiterlesen

Julien Benda

Julien Benda, Der Verrat der Intellektuellen (La trahison des clercs). Mit einem Vorwort von Jean Améry. Aus dem Französischen von Arthur Merin (= Ullstein Materialien), Frankfurt a.M.-Berlin-Wien 1983

„La trahison des clercs“ ist schon beinahe zur Floskel geworden, und wie jede Floskel ist diese Wendung nahezu nichtssagend. Ganz im Gegensatz zu jenem Buch von 1927, worin der jüdische Schriftsteller und Philosoph Julien Benda (1867-1956) den „Verrat der Intellektuellen“ präzise mit echtem esprit cartésien beschreibt. Weiterlesen

Max Scheler

Max Scheler, Die Stellung des Menschen im Kosmos, Bonn: Bouvier 12/1991

Selten habe ich den Bruch in einem Buch regelrecht knacken gehört wie in diesem. Das geschieht auf Seite 56, und was dort anfangs nur wie ein Haarriss erscheint, ist am Ende auf Seite 93 ein metaphysisches Desaster. Und doch, dieses letzte Werk Schelers von 1928 ist lesenswert aufgrund der souveränen ersten Hälfte – und auf andere Weise auch mit seiner zweiten Hälfte, insofern diese instruktiv ist für vieles, woran zeitgenössische Weltanschauung scheitert. Weiterlesen

Kostbare kleine Küchenhelfer

Kostbare kleine Küchenhelfer

Elf Tipps für kleine Küchen von WGs, Singles und Leuten, die essen, um zu leben, und nicht leben, um zu essen:

Diese kleinen Helfer sind keine Schubladen-Vergammler und kosten auch nicht beinahe so viel wie eine Flugreise down-under, aber sie bringen ganz viel Spaß am guten, gesunden und leckeren Essen und Trinken.

Man kann nie früh genug mit Gewohnheiten anfangen, mit denen man alt werden kann

 

 

Ein Tag in der Eifel

September 1989. Der Umzug von der Kaplanstelle im mittelstädtischen Neunkirchen (Saar) in ein 400-Seelen-Dorf in der Südeifel. Wenn ich morgens in der eigenen Wohnung aufwachte, war ich allein. Zum ersten Mal im Leben, nach Familie, Seminar und Pfarrhaus. Oder eben alles andere als allein. Weiterlesen