Gewissen – Heiligtum der Person oder moraltheologische Stopfgans?

Viel beschworen, wenig gekannt: das Gewissen. Neuerdings ist es auch der Katholiken liebstes Kind. Grund genug, es sich einmal genauer anzuschauen. Für eine Stopfgans der Moraltheologie ist es nämlich wirklich zu schade. Das Gewissen ist keine Ausrede für alle Fälle: Das ist ja ein Einzelfall! Ja, das wäre tragisch: Alle reden vom Gewissen und keiner hält sich daran. Das wäre so gefährlich wie Traumtänzerei beim Hochseilakt. Denn die katholische Lehre vom Gewissen ist filigran und präzise, nur so hält sie die Balance. Weiterlesen

Wie war das Jahr 2017?

Wie war das Jahr? Ein gläubiger Mensch kann nur antworten: Das weiß Gott allein. „Richtet nicht vor der Zeit; wartet, bis der Herr kommt, der das im Dunkeln Verborgene ans Licht bringen und die Absichten der Herzen aufdecken wird“ (1 Kor 4,5). Das im Dunkeln Verborgene – ja, alles hat eine Tiefenschicht, die nur Gott kennt. Darum steht auch nur ihm das letzte Urteil zu. Weiterlesen

„Amoris laetitia“ – ist nun alles klar?

„No hay otras interpretaciones – Es gibt keine anderen Auslegungen“

Papst Franziskus hat im Amtsblatt des Vatikans, den „Acta apostolicae sedis“ vom 7. Oktober 2016 (AAS 108 [2016] 1071-1074), einen viel beachteten Brief der Bischöfe der Provinz Buenos Aires vom September 2016 sowie sein Dankschreiben dafür veröffentlichen lassen. Kardinalstaatssekretär Parolín fügte hinzu, dass es sich dadurch bei beidem um eine Äußerung des authentischen Lehramtes handele. In ersten Kommentaren wurde diese Tatsache vielfach so dargestellt, dass nun der Streit der Interpretationen über sein nachsynodales Schreiben „Amoris laetitia“ (AL) entschieden ist. Weiterlesen

Alte Messe – jetzt wieder da!

Vor zehn Jahren hat Papst Benedikt XVI. mit dem Motuproprio „Summorum Pontificum“ die alte Messe wieder zugelassen. Am 7. Juli 2017 war das gerade zehn Jahre her, und das Jubiläum hat viel Aufmerksamkeit erregt. Doch eigentlich noch viel wichtiger ist der 14. September 2007, der Tag nämlich, an dem das Motuproprio in Kraft trat. Seit diesem Tag kann jeder katholische Priester die alte Messe ohne besondere Erlaubnis zelebrieren, und ebenso haben Gruppen von Gläubigen ein Recht auf diese Messe. Weiterlesen

Hurra, ich werde Pate!

Liebe Tante, lieber Onkel,
in meinem Leben brauch‘ ich Menschen, mit denen ich lachen kann, die jederzeit ein offenes Ohr für mich haben, die mit mir spielen, Quatsch machen, für mich da sind und denen ich zu 100 % vertrauen kann.
Ich glaube, mit dir habe ich einen solchen Menschen geschenkt bekommen. Und dass du mir nicht „verloren“ gehst, möchte ich dich fragen: „Magst du meine Taufpatin sein?“

Ein weinrotes Blatt liegt im Kuvert, darauf stehen mit schwungvoller Schrift diese Worte. Ein Kind ist geboren, bald ist Taufe. Wer wird Pate, wer wird Patin? Einer oder zwei? Geschwister, Kousins oder die allerbeste Freundin von Mama, der beste Buddy Papas? Egal, als Pate gefragt zu werden ist eine Auszeichnung. Weiterlesen