Gesucht ist…

Das Rätsel handelt von einem Diakon, einem Heiligen und einem überaus bekannten Diakon dazu. Dem Namen nach müsste er Franzose sein, aber das kam nur daher, dass sein Vater geschäftlich viel in Südfrankreich zu tun hatte und seinen Sohn schon von Geburt an auf seine erfolgreiche Tätigkeit festlegen wollte. Irgendwie hatte sein Geschäftsstolz später aber damit zu tun, dass es zu einem klassischen Vater-Sohn-Konflikt kam, an dessen Ende der spätere Diakon alles andere als ein Frühkapitalist wurde. (Nun gut, auch nicht gerade ein Marxist, auch wenn sich später in der katholischen Kirche eine breite Bewegung, die oft marxistische Gesellschaftsanalysen verwendete, auf ihn berief.) Jedenfalls sah unsere Hauptperson ein Leben lang mit großer Skepsis auf Geld, Besitz und Reichtum, und damit sind wir auch schon bei der eigentlichen Rätselfrage, und die ist richtig weihnachtlich: Wie heißt die Ortschaft, in der er drei Jahre vor seinem Tod auf sehr originelle Weise die Heilige Nacht feierte?

Guido Reni, Anbetung der Hirten (Certosa di San Martino, Neapel; https://commons.wikimedia.org/wiki/Template:PD-US)

Wirklich, da wurde das Jesuskind in den Herzen vieler Menschen auferweckt, die es zuvor vergessen hatten

Bei dieser Weihnachtsfeier ging es richtig pastoral zu, und das kam bestens an: Von überall her strömten die Leute herbei, Lichter erfüllten die Finsternis, Gesänge die Nacht und große Freude erfüllte alle. Diese Kreativität bei der Gestaltung der Feier war so erfolgreich, dass der Diakon damit das Weihnachtsbrauchtum weit über sein Land hinaus sehr bereicherte, und das bis heute. Für diese Neuerung holte er sich übrigens zuvor die Erlaubnis des Papstes – u.a. benötigte er für seine Feier einen Tragaltar, und darauf die Messe zu feiern war damals noch eine seltene Ausnahme -, wie er überhaupt stets Wert darauf legte, alles im Einklang mit dem Nachfolger Petri zu tun. Regeltreu war es auch, dass er beim Höhepunkt, der Christmette, als Diakon das Evangelium vortrug und predigte. Dabei schmolz er dahin vor Liebe zum Jesuskind und sprach Worte wie „das Kind von Betlehem“ so innig aus, als habe er Honig im Mund, oder nach anderen, als blökt er wie eines der Schafe von den Feldern (er selbst hätte das sicher als hohes Kompliment aufgefasst). Schließlich kam es einem seiner Freunde in einer Vision so vor, als sei das Kind in der Krippe wie aus einem Todesschlaf aufgewacht, und ein frommer Berichterstatter erzählt: „Wirklich, da wurde das Jesuskind in den Herzen vieler Menschen auferweckt, die es zuvor vergessen hatten.“

Wer die gesuchte Ortschaft gefunden hat (oder gefunden zu haben glaubt), sende eine E-Mail an andreas.wollbold@lmu.de. Es muss der vollständige Name und die Postadresse angegeben werden. Beides wird ausschließlich im Rahmen dieses Rätsels verwendet. Einsendeschluss ist der Dreikönigstag, das Fest der Erscheinung des Herrn, 6. Januar 2019, um 24 Uhr. Als Preis werden unter den richtigen Einsendungen drei Exemplare des neuen Philosophischen Romans verlost: Felapton oder Das letzte Glück (oder nach Absprache ein anderes aus meiner Kollektion). Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Ein Gedanke zu „Weihnachtsrätsel 2018

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