Bei dem im Weihnachtsrätsel gesuchten Heiligen handelt es sich um den

hl. Andreas Avellinus

bzw. mit italienischem Namen Andrea Avellino aus dem Theatinerorden (*1521 in Castronuovo di Sant’Andrea; † 10. November 1608 in Neapel, Grab in San Paolo Maggiore). 1556 trat er in diesen Orden ein, eine Gemeinschaft von Regularklerikern ähnlich wie die Jesuiten. Sein Gedenktag fand sich früher im allgemeinen Kalender und wird am 10. November gefeiert, seinem Todestag.

Das Rätsel war nicht ganz leicht, aber es sind nicht weniger als zehn richtige Lösungen eingegangen. Inzwischen wurden die drei Gewinner ausgelost. Wessen Los gezogen wurde, wird demnächst benachrichtigt. Einen herzlichen Glückwunsch – und ein Dankeschön allen eifrigen Rätslern!

Die Hinweise im Rätsel

Hier noch die Auflösung der kleinen Hinweise, die im Text versteckt waren:

  • Sein Heimatort “Castronuovo di Sant’Andrea” wurde also inzwischen nach ihm benannt.
  • Sein Taufname war Lancelotto, er wählte aber bei seiner Einkleidung am 30. November 1556 den Ordensnamen Andreas, weil diese wie der Herr den Tod am Kreuz fand, dem sog. Andreaskreuz, und dieses Kreuz voll Sehnsucht begrüßte.
  • Die weltbekannte „runde Sache“ ist die Pizza, die in Neapel erfunden wurde (jemand hat zunächst an die Karlsbader Oblaten gedacht, aber dann doch zur Pizza gefunden!).
  • Der Konzilstheologe, bei dem Andreas die entscheidenden Exerzitien machte, war der Jesuit Diego Lainez, der später dem hl. Ignatius als General der Jesuiten nachfolgte und der wichtige Berateraufgaben auf dem Konzil von Trient wahrnahm.
  • Das Wort gegen die Lüge aus dem Buch der Weisheit lautet: „Os quod mentitur occidit animam. – Der Mund, der lügt, tötet die Seele“ (Weish 1,11). Andreas könnte darauf im römischen Brevier bei der Lesung der Nokturn im August gestoßen sein, aber leider konnte ich nicht die Ausgabe des Breviers auffinden, die Andreas benutzt haben dürfte. Das Wort war allerdings auch recht bekannt und wurde seit Kirchenvätertagen häufig im Zusammenhang mit der Mahnung zur Wahrhaftigkeit gebraucht.
  • Sein Tod war in der Tat sehr priesterlich: Als er am Morgen des 10. November 1608 im Messgewand zum Altar trat und das Stufengebet sprechen wollte, traf ihn der Schlag bei den Worten „Introibo ad altare Dei. – Zum Altar Gottes will ich treten.“ Da begann er zu schwanken, und der Laienbruder Valerio Pagano musste ihn stützen und unter den Armen fassen (s. das Altarbild in der Münchener Theatinerkirche). Man brachte den alten Pater auf sein Zimmer, doch auch wenn er nicht mehr sprechen konnte und die linke Schulter und der Arm gelähmt waren, drängte er zurück in die Kirche. der Vorgesetzte aber gab ihm die Krankensalbung. Gegen Abend ging er in die Ewigkeit heim.
Der hl. Andreas Avellino am Altar beim „Introibo ad altare Dei“ (München, Theatinerkirche; Foto: GN)

Die Bekehrung

Die genauen Umstände seiner Bekehrung lassen sich nicht mehr vollständig aufklären. Wahrscheinlich 1542 bis 1544 hielt er sich in Neapel auf, kehrte dann aber nach Castelnuovo zurück, um seinem Onkel, einem Priester, beim Unterricht zu helfen. 1545 oder 1546 wurde er zum Priester geweiht, kehrte 1547 nach Neapel zurück und studierte weltliches und kirchliches Recht. 1548 nahm er an den Exerzitien des Diego Lainez teil, die bei ihm eine echte Bekehrung auslösten. Dabei beschloss er u.a., auf das Doktorat utriusque iuris zu verzichten, seinen weltlichen Ehrgeiz aufzugeben und bei den Theatinern einzutreten, die eine große Niederlassung in S.Paolo Maggiore in Neapel hatten. Er war also wohl schon länger mit den Patres des Ordens im Kontakt und hatte ihnen seine Wünsche geoffenbart, als der Zwischenfall mit der Lüge geschah. Im Auftrag der erzbischöflichen Kurie vertrat er als Rechtsanwalt die Sache eines Priesters vor dem kirchlichen Gericht. Dabei gebrauchte er eine Lüge. Er gewann den Prozess, stieß aber abends auf das besagte Schriftwort: „Os quod mentitur occidit animam. – Der Mund, der lügt, tötet die Seele“ (Weish 1,11). Diese Wahrheit traf ihn tief und bekräftigte seinen Wunsch, in den Orden einzutreten. Doch der Beichtvater riet ihm, in die Heimat zurückzukehren, seine Verhältnisse zu ordnen und in Ruhe über seine Berufung nachzudenken. Dafür nutzte er die nächsten Jahre zuhause und dann wieder in Neapel.

Im Orden

In der Tat trat er dann erst am 14. August 1556 bei den Theatinern ein. Zuvor hatte er 1553/54 bereits eine heikle Aufgabe zu bewältigen, die Reform des berühmt-berüchtigten Nonnenklosters S. Arcangelo a Baiano in Neapel, wo sich jede Art von Weltlichkeit und Sündhaftigkeit fand, dafür aber fast keine Frömmigkeit mehr. Daraufhin wurde er von einem Burschen verfolgt, der mit einer Schwester ein Verhältnis hatte. Zweimal wurde auf ihn durch Gegner der neuen Strenge ein Attentat verübt, und schließlich wurde er von einem gedungenen Mörder schwer verletzt. Nach vollendetem Werk trat er bei den Theatinern ein. Dort hatte er einen Seligen als Novizenmeister und einen Seligen als Vorgesetzten. Ab 1560 war er für 10 Jahre Novizenmeister im Orden (mit dem Titel eines „vocale“, d.h. eines vom Orden anerkannten vorbildlichen Paters), später auch Oberer in Mailand (im Umkreis des reformeifrigen hl. Karl Borromäus), Piacenza und schließlich Neapel, Visitator, Beichtvater und geistlicher Autor. So ist er ein guter Heiliger für alle, die ihre Berufung suchen und klären wollen.

Ein Gedanke zu „Weihnachtsrätsel – die Auflösung

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