Lehramtliche Texte zur Frage der Frauenordination – ein kleiner Führer

Kann die katholische Kirche Frauen zu Priestern weihen? Diese Frage ist wieder aktuell. Angesichts der Diskussionen auf dem „Synodalen Weg“, in kirchlichen Vereinigungen und Gremien und in der Theologie ist die genaue Kenntnis der Dokumente des Lehramtes unerlässlich. Darum werden hier die entscheidenden Texte in Auszügen, mit Link zum Volltext und mit kurzen Einleitungen zum Verständnis vorgestellt. Zwei Schlüsseldokumente ragen dabei heraus:

  • Die Erklärung „Inter insigniores“ der Glaubenskongregation von 1976 (1.) und
  • Das Apostolische Schreiben „Ordinatio sacerdotalis“ (2.).

Sie stehen darum im Mittelpunkt, zusammen mit einigen sie begleitenden und erläuternden Texten (1. und 2.). Es folgen einige weitere Texte des päpstlichen Lehramtes, die die Schlüsseldokumente bekräftigen und in Einzelpunkten vertiefen (3.). Dieser umfangreiche Blog ist auch als pdf downloadbar. Weiterlesen

Zölibat und „synodaler Weg“ – ein grauer Text und eine verkehrte Tendenz

Da ist der Zölibat also wieder einmal Top-Thema! Der „Synodale Weg“ diskutiert den Handlungstext „Versprechen der Ehelosigkeit im Dienst des Priesters“. Genauer gesagt, man hat den Eindruck, dass von vornherein feststand, was dabei herauskommen soll: die Forderung nach Aufgabe der Zölibatsverpflichtung für römisch-katholische Priester. Was ist davon zu halten? In einem früheren Blog im Vorfeld der Amazonas-Synode sind wir bereits auf die Problematik von Einzelfalllösungen eingegangen. Die dort geäußerten Vorbehalte gelten auch für das Synodaldokument, zumal es mit scheinbar niedrigschwelligen Ausnahmeregelungen liebäugelt. Hier muss nun aber eine Auseinandersetzung mit diesem Text stehen. Dabei dürfen wir für einmal nicht hochwissenschaftlich, sondern griffig und zugespitzt für alle Interessierten eine Antwort versuchen. Sie ist denkbar einfach: Nichts ist davon zu halten! Weiterlesen

Lehramt wozu?

Man muss sich schon gehörig die Augen reiben. Was ist das denn? Ausgerechnet in der katholischen Kirche scheint es seit neuestem kein Lehramt mehr zu geben. Priestertum der Frau, Interkommunion, Zusammenhang von Weiheamt und Leitungsvollmacht, Heiligkeit und Bestimmtheit der Ehe, kurz alles, was das Lehramt seit Jahrzehnten nicht müde wird unmissverständlich vorzulegen, gilt in vielen Theologen- und kirchlichen Kreisen bloß noch als eine angeblich schlecht begründete Meinung, die man nicht weiter ins eigene Kalkül einbeziehen muss. Oder genauer: die bloß ins Machtkalkül einbezieht, wobei man darauf hofft, dass die größere Macht allemal die öffentliche Meinung ist, die dem Lehramt schon Beine machen und vor sich hertreiben wird (was ja leider nicht ganz aus der Luft gegriffen ist). Weshalb der Dissens dann auch sofort die Medienöffentlichkeit sucht, anstatt Papst und Bischöfen mögliche Schwächen in der Argumentation im persönlichen Gespräch darzulegen. Darum übrigens auch das Liebäugeln mit einem Dritten Vatikanischen Konzil. Ein Scherzbold würde wohl eher das erste Konzil von Limburg prognostizieren, weil dann ja die wichtigsten Konzilsmacher mit dem Fahrrad und ganz ohne CO2-Ausstoß anreisen könnten. Weiterlesen

Der Archimedes-Komplex

Zur Instruktion der Kleruskongregation „Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche“

„Störe meine Kreise nicht!“ So soll der Mathematiker und Naturphilosoph Archimedes (ca. 287-212 v. Chr.) einem römischen Soldaten ärgerlich zugerufen haben, der beim Sturm von Syrakus in sein Haus eindrang. Das war sein letztes Wort… Ein römischer Bauer vor dem Erfinder der Kreiszahl Pi, sollte der dem Genie etwas zu sagen haben, nur weil er ein Schwert in der Hand hält? Ähnlich ungehalten haben nicht wenige Kommentatoren auf die Instruktion der Kleruskongregation „Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche“ reagiert. Haben sie nicht über Jahre einen deutschen Sonderweg in Sachen Pfarreireform propagiert? Durften sie nicht ein bisschen stolz sein auf die Quadratur ihrer Kreise, mit deren Hilfe nun „die Pfarrei ganz neuen Typs“, „der große Wurf“, „der Perspektivwechsel“ und manches andere zu Papier gebracht wurde? Weiterlesen

Christ und Corona

Eine Erinnerung an den guten kirchlichen Geist – nicht ohne aktuellen Bezug

„Obwohl der Apostel sagt, den schwächeren Gliedern sei um so größere Ehre zu erweisen (vgl. 1 Kor 12,22f.), gibt es kirchliche Würdenträger, die das Ihre suchen und nicht das, was Jesu Christi ist (vgl. Phil 2,21). Sie erlauben den Aussätzigen, die nicht mit Gesunden zusammenleben und nicht mit anderen zur Kirche kommen können, weder, Kirchen und Friedhöfe zu haben, noch durch den Dienst eines eigenen Priesters Hilfe zu erfahren. Dies hat offensichtlich mit christlicher Frömmigkeit nichts mehr zu tun. Deshalb bestimmen wir, getragen vom apostolischen Geist der Güte: Wo so viele Menschen zusammenleben, dass sie imstande sind, sich eine Kirche mit Friedhof einzurichten und einen eigenen Priester zu haben, wird ihnen dies ohne irgendeinen Widerspruch erlaubt.“

– Drittes Laterankonzil von 1179, can. 23 (COD 222) – Weiterlesen