Vom Umgang mit dem Missbrauch

Der folgende Beitrag erschien im „Klerusblatt“ 99 (2019) Nr. 5, 105-111, also an der gleichen Stelle, an der Papst emerit. Benedikt XVI. im Monat zuvor seine ernsten Worte zum Umgang mit dem sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche gefunden hat. Punkt 4 meines Beitrags wurde inzwischen an mehreren Orten verkürzt wiedergegeben.  Hier kann man solche Darstellungen mit dem Original vergleichen. – Ich danke dem „Klerusblatt“ für den Abdruck und für die Genehmigung der Veröffentlichung als Blog.

 

Foto: Quelle http://www.flickr.com/photos/djsacche/185335570/

Benedikt XVI. hat eindringliche Worte zu den schrecklichen Tatsachen des sexuellen Missbrauchs gefunden. Selten fand sich in den letzten Monaten eine solche Klarheit der Analyse, Tiefgang der Erforschung der Hintergründe und Entschiedenheit der Konsequenzen. Die leider oft unschöne Kritik beruhte oft auf voreingenommener und oberflächlicher Lektüre. Bischof Franz Jung von Würzburg hat ganz treffend vor der Selbstzerfleischung der Kirche gewarnt. Hier ist sie mit Händen zu greifen. Stattdessen hätte eine aufmerksame Lektüre feststellen können, dass der emeritierte Papst keine umfassende Analyse vorlegen wollte, sondern „den einen oder anderen Hinweis zur Hilfe in dieser schweren Stunde“ [1] gab. Weiterlesen

Zum Gründonnerstag 2019: Benedikt XVI., der Missbrauch und die Eucharistie

Benedikt XVI. hat eindringliche Worte zu den schrecklichen Tatsachen des sexuellen Missbrauchs gefunden.[1] Selten wurde in den letzten Monaten solche Klarheit der Analyse, Tiefgang der Erforschung der Hintergründe und Entschiedenheit der Konsequenzen vorgetragen. Die leider oft unschöne Kritik beruhte auf voreingenommener und oberflächlicher Lektüre. So hat man nicht beachtet, dass der emeritierte Papst keine umfassende Analyse vorlegen wollte, sondern „den einen oder anderen Hinweis zur Hilfe in dieser schweren Stunde“ (75) gab. Die angeführten Gründe verstehen sich nicht als Alternative zu anderen sachgerechten Punkten. Noch weniger hat er der Gesellschaft, näherhin dem 68er-Geist, die Schuld für diese Verbrechen zugeschrieben, um die Kirche von Schuld freizusprechen. Die historischen Überlegungen in I. bemühen sich vielmehr, „den allgemeinen gesellschaftlichen Kontext darzustellen, ohne den das Problem nicht verständlich ist“ (75). Bei der engen Verflechtung von Kirche und Kultur war eine solche Kontextualisierung auch wirklich dringend geboten. Weiterlesen

Das Jahr 2018 in Politik und Kirche

„Der Mensch ist der Schatten eines Traumes“, so sagt der griechische Dichter Pindar. War auch das Jahr 2018 nicht viel mehr als der Schatten eines Traums? Glanzpunkte gab es kaum, und man muss sich schon sehr anstrengen, um sich die wichtigsten Ereignisse des verflossenen Jahres überhaupt wieder vor Augen sich zu führen. Fußballweltmeisterschaft in Russland? Ach, wahrscheinlich sind die Deutschen einmal wieder Weltmeister geworden, oder? Oh nein, weit gefehlt, peinlich! Irgendwie erscheint da alles wie ein schlechter Traum. Kaum jemals war das Wort vom seligen Vergessen so angebracht wie hier. Allerdings nicht nur bei der schönsten Nebensache der Welt. Weiterlesen

Trauung nein, Segensfeier ja?

Fragen und Antworten zu katholischen Segensfeiern für Paare, die nicht kirchlich heiraten können

Nicht wenige Menschen leben in Partnerschaften, die nicht der katholischen Lehre entsprechen, insbesondere wiederverheiratete Geschiedene und gleichgeschlechtliche Paare. Wie geht die Kirche auf sie zu, vermittelt ihnen die Liebe und Barmherzigkeit Gottes und zeigt ihnen, dass sie ganz zur Kirche gehören? Die Antwort drauf wäre ein umfassendes Konzept der Seelsorge, das Wahrheit und Liebe unverkürzt miteinander verbindet. Doch nicht darum soll es hier gehen, sondern um ein kleines Detail, das zuletzt sehr stark in die Diskussion geraten ist: Sind Segensfeiern möglich, wo eine eigentliche katholische sakramentale Trauung unmöglich ist? Adressaten sind hier also vorrangig die Verantwortlichen in der Kirche und nicht die Betroffenen. – Fragen und Antworten zu diesem Thema. Weiterlesen

Reformen der Pfarreienlandschaft – aber wie?

Ein Gespenst geht um in Deutschland: die Radikalreformen der Pfarreienlandschaft. In der „Tagespost“ vom 12. Juli erscheint ein Doppelinterview mit Stephan Ackermann, Bischof von Trier, und mir zu diesem Thema. Ich darf dem Bischof an dieser Stelle für das offene Gespräch herzlich danken. Aus diesem Anlass und zur Vertiefung versuche ich in folgenden Blog in Frage- und Antwort-Form, Orientierung auf diesem schwierigen Feld zu geben. Weiterlesen