Predigen – Grundlagen und praktische Anleitung: Leseprobe

Predigen – Grundlagen und praktische Gestaltung 

Soeben bei Pustet (Regensburg) erschienen!

Exklusiv: Das Interview zum Buch!

Leseprobe aus der Einleitung

1. Predigt – im Namen Gottes und mit menschlichen Worten

Das Evangelium ist verklungen. Der alte Pfarrer tritt an den Ambo. Nur knapp über dem Rand des Ambos ist er zu erkennen, so klein ist er. Er trägt eine dicke Brille. Seine Stimme ist klar artikuliert, wenn auch im Lauf der Jahre etwas heiser geworden. Er räuspert sich einmal, beinahe verlegen, als wolle er sich dafür entschuldigen, dass er kein Löwe auf der Kanzel ist. „Liebe Brüder und Schwestern!“, beginnt er und schaut dabei in die Versammelten. Weiterlesen

Literarische Lektüren

Mir den Himmel wie eine große Bibliothek vorzustellen, aus dem Alter bin ich gerade heraus. Als Buchautor bin ich mir selbst allzu schmerzlich bewusst, wie weit entfernt alles Gedruckte von der Vollkommenheit des himmlischen Vaters entfernt ist. Und der simplex contuitus, die einfache Schau der Wahrheit voll Seligkeit, ist eben doch etwas ganz anderes als das seitenweise Anpirschen an die Wahrheit, ohne doch zuallermeist mehr zu erjagen als ein fernes Rascheln im Gebüsch. Weiterlesen

Habeo Papam

– Vorweg zum 90. Geburtstag am 16. April 2017 –

„Annuntio vobis gaudium magnum. Habemus Papam: Eminentissimum ac Reverendissimum Dominum, Dominum Josephum Sanctae Romanae Ecclesiae Cardinalem… Ratzinger, qui sibi nomen imposuit Benedictum XVI.“

Foto: Quelle http://www.flickr.com/photos/djsacche/185335570/

Zweierlei ist mir von jener goldenen Abendstunde des 19. April 2005 im Gedächtnis geblieben: die geradezu genüsslich in die Länge gezogene Kunstpause nach dem Vornamen, im sicheren Gespür dafür, dass beinahe jeder zweite ordentliche Priester José, Giuseppe, Sepp oder eben Joseph heißt; außerdem die einfache schwarze Strickjacke unter dem Talar, die der sicher nicht mit der Konstitution eines oberbayerischen Gebirgsschützen ausgestattete Gendarmensohn aus Marktl am Inn vorsorglich in die Sixtina mitgenommen hatte und die er, sicherlich ob der Wahl leicht ins Schwitzen gekommen, oben auf der Loggia, einem trügerischen Frühling und auffrischenden Aprilwinden ausgesetzt, klugerweise nicht ablegen wollte. Weiterlesen

Ein Tag in der Eifel

September 1989. Der Umzug von der Kaplanstelle im mittelstädtischen Neunkirchen (Saar) in ein 400-Seelen-Dorf in der Südeifel. Wenn ich morgens in der eigenen Wohnung aufwachte, war ich allein. Zum ersten Mal im Leben, nach Familie, Seminar und Pfarrhaus. Oder eben alles andere als allein. Weiterlesen