Mehr als eine Milliarde Websites gibt es. Wie viele genau es sind, weiß unter den Geschöpfen wahrscheinlich nur der Erzengel Michael. Er ist ja der Kämpfer für alles Gute und gegen alles Böse, dafür muss er ja den Überblick behalten. Aber man muss nicht alles kennen, ganz besonders nicht im Internet. Mir reicht es, einzelne Websites fleißig zu besuchen und mich daran zu freuen, dass es sie gibt. In diesem Blog „Link“ werde ich etwa einmal im Monat eine solche Seite vorstellen, die ich als geistige Goldgrube weiterempfehle. Zumeist sind das Datenbanken und Informationsquellen, die außergewöhnlich reich fließen. Dabei sollen sie nicht nur für Fachtheologen von Interesse sein. Das heißt natürlich nicht, dass sie in jederlei Hinsicht unübertroffen ist. Wer mir dazu Hinweise geben möchte, ist herzlich willkommen.

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Über die Bischöfe geschimpft ist schnell, aber wenigstens eines unter ihrer Schirmherrschaft ist so prima, dass es mit vielem anderen versöhnt… Gemeint ist die Schriftenreihe der Deutschen Bischofskonferenz (bei „Butzon & Bercker“). Sie besteht zwar bereits seit der Nachkonzilszeit in Schriftform, aber inzwischen ist alles digitalisiert und per Download kinderleicht herunterzuladen – ganz ohne kompliziertes Anmelden, bei dem man sowieso immer das Passwort vergessen hat. Wer es dennoch klassisch per Print möchte, die Schriften gibt‘s zu Spottpreisen, auch in größerer Zahl etwa für eine Fortbildung. In dieser Schriftenreihe ist so ziemlich alles dokumentiert, was in den letzten 50 Jahren an wichtigeren amtlichen Texten aus Rom oder eben seitens der Bischofskonferenz und ihren Organen erschienen ist. Das macht schon eine stattliche Liste aus, die man sich hier auch einmal im Überblick zu Gemüte führen kann. Herausragend sind darunter:

  • Die „Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls“, also Enzykliken und Lehrschreiben der Päpste und bedeutende Dokumente der römischen Kongregationen. Hier findet man etwa die großen Enzykliken der letzten Päpste, aber auch sehr viel spezifischer etwa wie die Instruktion der Kleruskongregation „Der Priester, Hirte und Leiter der Pfarrgemeinde“ von 2002, ein Leitstern in eine Zeit der Umbrüche und Abbrüche in der Pfarrseelsorge und im Priesterbild. Oder die umsichtige Erklärung der Päpstlichen Bibelkommission „Die Interpretation der Bibel in der Kirche“. Wer solche Dinge kennt, kann auf einem ganz anderen Niveau argumentieren.
  • Hirtenschreiben und Erklärungen der deutschen Bischöfe. – Diese Rubrik gibt auch Gelegenheit, über die Tagesaktualität hinaus zu schauen, womit sich die Bischöfe beschäftigt haben und wie sie sich positionierten. Persönlicher noch sind die Worte des Vorsitzenden der Bischofskonferenz – in sich schon ein Stück neuerer Kirchengeschichte. Beachtenswert sind ebenfalls die Texte aus den bischöflichen Kommissionen.
  • Viel zu wenig beachtet sind die „Arbeitshilfen“, die oft zuverlässige Informationen zu Spezialthemen wie der Christenverfolgung im Orient oder Zahlen und Fakten zur katholischen Kirche in Deutschland bieten.
  • Auch etwas wie die Texte der Gemeinsamen Synode in Würzburg sind nun online-erschlossen – bei ihrer Bedeutung für Wohl und Wehe des neueren Katholizismus eine unverzichtbare Quelle.

Alles in allem macht das wohl über tausend Texte aus. Noch nicht perfekt, aber brauchbar ist die Funktion Suche bzw. Erweiterte Suche (offenbar erst im Aufbau begriffen). Damit kann man aus den Dokumenttexten oder den Beschreibungen ziemlich gut herausfischen, was man gerade braucht, also z.B. „Taufe“, „Fakultät“ oder „Kinder- und Jugendbuchpreis“. Es lohnt sich aber auch, das Gesamtverzeichnis durchzugehen und einfach zu staunen, was es da alles gibt.

Was bringt‘s? Für Katholiken gilt das „sentire cum Ecclesia“, der kirchliche Sinn, und dafür ist das kirchenamtliche Wort von besonderer Bedeutung. Selbst wenn man hier und da Vorbehalte hat, sollte man es auf jeden Fall kennen. Alles andere wäre nur Ignoranz und Besserwisserei. Faustregel: Je höher die Autorität, desto größer die Verbindlichkeit. Leider hat das kirchliche Amt in den letzten Jahrzehnten so viel verlauten lassen, dass selbst Fachleute oft nicht mehr den Überblick haben. Umso wichtiger ist es, gezielt bei bestimmten Fragen nachzuschauen – und dank dieser Website auch fündig zu werden.

Ein kleines PS: Wem das noch nicht genügt, der sei auf die vollständige Liste der Dokumente der römischen Glaubenskongregation verwiesen.

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