Eine schriftliche Arbeit verfassen

„Horror vacui“, die Furcht vor der Leere, wird seit Aristoteles der Natur zugeschrieben. Wie Luft in ein Vakuum einströmt, so setze die Natur alles daran, das Leere aufzufüllen. Nicht nur die Natur. Leer, schrecklich, furchterregend leer kann auch ein Blatt Papier sein, der weiße Bildschirm meines Textverarbeitungsprogramms oder… der Raum zwischen meinen beiden Ohren, der auf einmal wie leergefegt erscheint: Was soll ich schreiben? Wie anfangen? Welchen ersten Satz stelle ich an den Anfang? Weiterlesen

In memoriam: Joachim Kardinal Meisner (1933-2017)

Kardinal Meisner hat mich in Rom zum Priester geweiht. Zusammen mit neun Germanikern, zwei davon Berliner. Da war schon lange vorher klar: Ihn würden wir gerne als Weihebischof haben. Schon mehr als ein Jahr zuvor hat er zugesagt, und er hat sein Wort mehr als gehalten. Denn er hat die Weihe gespendet „ganz Meisner“, mit restlosem Einsatz, im Gebet, mit klaren Worten und einigen unvergesslichen Gesten. Aber beginnen wir zwei Tage darauf. Da war Mittwochsaudienz von  Papst Johannes Paul  II. Weiterlesen

Hurra, ich werde Pate!

Liebe Tante, lieber Onkel,
in meinem Leben brauch‘ ich Menschen, mit denen ich lachen kann, die jederzeit ein offenes Ohr für mich haben, die mit mir spielen, Quatsch machen, für mich da sind und denen ich zu 100 % vertrauen kann.
Ich glaube, mit dir habe ich einen solchen Menschen geschenkt bekommen. Und dass du mir nicht „verloren“ gehst, möchte ich dich fragen: „Magst du meine Taufpatin sein?“

Ein weinrotes Blatt liegt im Kuvert, darauf stehen mit schwungvoller Schrift diese Worte. Ein Kind ist geboren, bald ist Taufe. Wer wird Pate, wer wird Patin? Einer oder zwei? Geschwister, Kousins oder die allerbeste Freundin von Mama, der beste Buddy Papas? Egal, als Pate gefragt zu werden ist eine Auszeichnung. Weiterlesen

Predigen – Grundlagen und praktische Anleitung: Leseprobe

Predigen – Grundlagen und praktische Gestaltung 

Soeben bei Pustet (Regensburg) erschienen!

Exklusiv: Das Interview zum Buch!

Leseprobe aus der Einleitung

1. Predigt – im Namen Gottes und mit menschlichen Worten

Das Evangelium ist verklungen. Der alte Pfarrer tritt an den Ambo. Nur knapp über dem Rand des Ambos ist er zu erkennen, so klein ist er. Er trägt eine dicke Brille. Seine Stimme ist klar artikuliert, wenn auch im Lauf der Jahre etwas heiser geworden. Er räuspert sich einmal, beinahe verlegen, als wolle er sich dafür entschuldigen, dass er kein Löwe auf der Kanzel ist. „Liebe Brüder und Schwestern!“, beginnt er und schaut dabei in die Versammelten. Weiterlesen

Osterrätsel – die Auflösung

René Tostain und seine Frau Adèle geb. Maudelonde (Quelle: http://www.archives-carmel-lisieux.fr/carmel/index.php/t/17489-rene-tostain)

Großes Osterrätsel – die Auflösung

Bei der im Osterrätsel gesuchten Person handelt sich um René Tostain, der am 14. Oktober 1889 die Kleinkusine Thereses, Marguerite-Marie Maudelonde, geheiratet hatte. Er ist am 17. April 1858 geboren und starb am 11. Juni 1936. Bei seiner Hochzeit wirkte er als stellvertretender Staatsanwalt in Lisieux („substitut procureur de la république“). Er war ein hochgeachteter Bürger von untadeligen Sitten, bekannte sich jedoch ein Leben lang zu einem kompromisslosen Atheismus. Seine Frau Marguerite-Marie (24. Februar 1867 – 30. April 1966) war eine Nichte von Onkel Isidore Guérin. Sie starb kinderlos im hohen Alter von 99 Jahren. Weiterlesen