Romano Guardini

aus den Säkularisationen, den Ähnlichkeiten, Halbheiten und Vermengungen heraus

Romano Guardini, Das Ende der Neuzeit. Ein Versuch zur Orientierung, Leipzig: St. Benno-Verlag 1954 (Erstveröff. 1950)

Im Wintersemester 1947/48 an der Tübinger und im Sommersemester 1949 an der Münchener Universität, hielt Romano Guardini eine Vorlesungsreihe zur Deutung der Zeit – inmitten in einer Lage, da Deutschland sich aus den geistigen Trümmern neu aufbauen wollte. Dazu griff er auf die ihm so wichtigen Denker eines christlichen Existenzialismus zurück, auf Augustinus, Pascal (zu dem „Das Ende der Neuzeit“ nur die Einleitung bilden sollte, 9-11), Kierkegaard und Dostojewski. Entscheidung, „Unterscheidung des Christlichen“, Wagnis und Wahl, Personsein durch den Anruf Gottes, der einen Menschen restlos umgreift und der ihn in der Antwort darauf zu einer Person macht, das galt ihm als Leitstern in unsicherer Zeit. Weiterlesen

Wohin im Urlaub?

Lisieux: Elternhaus der hl. Therese

Wohin im Urlaub?

„Die ganze Welt ist mein Zuhause“, hat einmal ein Jesuit gesagt. Sagen könnte es aber auch jeder Katholik. Denn rund um den Globus findet er wunderbare Orte. Da kann er die Seele… nein, nicht „baumeln lassen“ (das erinnert mich immer ans Galgenmännchen-Spiel unter der Schulbank). Nein, da kann die Seele reich werden an wunderschönen Erlebnissen, herrlicher Schöpfung, gläubigen Menschen und sicher auch ein paar ganz persönlichen Gnaden. Hier einfach mal eine Vierer-Auswahl: Franzensbad, Lourdes, Lisieux und Mettlach. Aber zuvor noch eine Kurzempfehlung, nämlich Ellwangen. Ach, und manchmal verstecken sich auch in Rätseln noch Reiseempfehlungen… Und von manchem bin ich so begeistert, dass es gleich zu einem vollständig Blog gereicht hat: Annecy, die Heimat der Heiligen Franz von Sales und Johanna Franziska von Chantal. Weiterlesen

Taufe

Ratschläge zur Taufe eines Kindes

Die Taufe eines neugeborenen Kindes ist eines der schönsten Familienfeste. Voll Dankbarkeit, gleichzeitig auch überwältigt von all dem Neuen, das ein Baby mit sich bringt, feiert eine junge Familie mit Verwandten und Freunden. Meist ist es das erste Fest, in dem die Familie allen ihr Kind zeigt. Zum ersten Mal wird der Name des Kindes genannt, und so gehört es von jetzt an fest zum Kreis der Familie. Zugleich ist die Taufe eine Feier der Kirche. Weiterlesen

Jean-François Mattéi

Jean-François Mattéi, Le procès de l‘Europe. Grandeur et misère de la culture européenne (= intervention philosophique), Paris: PUF 2011

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Jean-François Mattéi (1971)

Jean-François Mattéi (1941-2014), engagierter politischer Philosoph, Politikwissenschaftler und Politikberater, ist ein durch und durch französischer Intellektueller: breit gebildet, verwurzelt im großen Erbe abendländischer Philosophie (besonders Platons, dessen Aktualität er wie selten ein anderer herauszustellen versteht), tief europäisch (mit einem besonderen Faible für mittel- und osteuropäische Intellektuelle wie Jan Patočka), stolz auf den esprit français von Descartes über Diderot, Voltaire und d‘Alembert, über Charles Baudelaire, Julien Benda und Albert Camus bis Emmanuel Lévinas und Rémi Brague, allerdings dezidiert gegen Jacques Derrida, die Dekonstruktivisten und Multikulturalisten, und genau in dieser Frontstellung eben auch ganz französisch: mit Geist, Mut und Spitze dem Gegner ins Angesicht widerstanden, ohne eine imaginäre Mitte zu suchen, die den Konsens auf Kosten der Wahrheit betreibt. Weiterlesen

Ernst-Wolfgang Böckenförde

Ernst-Wolfgang Böckenförde, Der säkularisierte Staat. Sein Charakter, seine Rechtfertigung und seine Probleme im 21. Jahrhundert (= Carl Friedrich von Siemens Stiftung. Themen 86), München 2/2015

„Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann. Das ist das große Wagnis, das er, um der Freiheit willen, eingegangen ist“ (71). Dieses Prinzip ist einer der großen Leitsätzen der Bundesrepublik, und sicher gehört dieses „Böckenförde-Diktum“ aus einem Vortrag von 1964 (erstmals veröffentlicht 1967) – „mein meistzitierter Satz, der zuweilen mißinterpretiert wird“ (26) – zu den wenigen geflügelten Wort des ansonsten eher trockenen Staatsrechts. Weiterlesen