Lisieux: Elternhaus der hl. Therese

Wohin im Urlaub?

„Die ganze Welt ist mein Zuhause“, hat einmal ein Jesuit gesagt. Sagen könnte es aber auch jeder Katholik. Denn rund um den Globus findet er wunderbare Orte. Da kann er die Seele… nein, nicht „baumeln lassen“ (das erinnert mich immer ans Galgenmännchen-Spiel unter der Schulbank). Nein, da kann die Seele reich werden an wunderschönen Erlebnissen, herrlicher Schöpfung, gläubigen Menschen und sicher auch ein paar ganz persönlichen Gnaden. Hier einfach mal eine Dreier-Auswahl: Lourdes, Lisieux und Mettlach.

Lourdes
Lourdes: Grotte Massabielle

Oh, ich schwärme für diesen bedeutendsten, am meisten besuchten Wallfahrtsort in Europa. 18 Mal,  vom 11. Februar bis zum 16. Juli 1858, erschien die Muttergottes dem bettelarmen Mädchen Bernadette Soubirous an der Grotte Massabielle. Sie offenbarte sich: „Ich bin die Unbefleckte Empfängnis.“ In Prozessionen sollten die Gläubigen kommen, eine Kirche erbauen, darin beten und vom wunderbaren Wasser aus der Grotte schöpfen. 160 Jahre später lebt die Wallfahrt noch ganz jugendfrisch. Aus allen Kontinenten kommen die Pilger, und es ist unvergesslich, etwa abends bei der Lichterprozession Seite an Seite mit Mexikanern, Philippinos oder Nigerianern zu beten.Das ist kein Wallfahrtsbetrieb, sondern ein Ort des Gebetes. Besonders das Bild der unzähligen Kranken, all dieser Mühseligen und Beladenen, die ihr Kreuz so geduldig tragen, geht einem unter die Haut. Aber die Wallfahrt hat nichts Überhitztes, Mirakelsüchtiges, Überfrommes. Zur Jugendfrische besitzt sie auch Altersweisheit. Kurz: Das muss man erlebt haben. Gleich ob in einer Pilgergruppe, mit Familie oder Freunden, zu persönlichen Exerzitien oder in Verbindung mit einem Urlaub. Gleich ob in der ruhigen Winterzeit oder in den Stoßzeiten, der Ort spricht immer. Für mich besonders abends spät an der Grotte mit den vielen Betern und noch mehr Kerzen. Übrigens: Lourdes eignet sich auch hervorragend für Alleinreisende. Da kann man an Messen, eucharistischer Anbetung und Prozession, Lichterprozession u.v.a. teilnehmen, ohne dass jemand einem gleich auf die Nerven geht.

Video bei der Lichterprozession: P1010545

 

Lisieux

Alles spricht für Lisieux: die Lage (nur zwei Stunden von Paris, also auch für einen Tagesausflug geeignet), die Landschaft der Normandie und der Nähe zum Meer, die entspannte Atmosphäre einer französischen Kleinstadt und… natürlich „la petite Thérèse“, die mit ihrem umwerfenden Charme schon die halbe Welt begeistert hat.

  • Ihr Elternhaus, die Buissonnets, strahlen noch heute etwas von der heilen Welt einer guten, liebenden Familie aus.
  • Ihr Kloster, der Karmel, ist von außen noch weitgehend so wie vor 120 Jahren (nur die Kirche wurde zuletzt radikal umgestaltet – na ja…).
  • Beeindruckend ist die gewaltige Basilika ihr zu Ehren.
  • Besonders gern habe ich die erhabene gotische Kathedrale, Thereses Heimatkirche.
  • Daneben gibt es für Kenner natürlich noch unzählige kleine theresianische Orte in und um Lisieux. Wer den kleinen Weg von 80 Kilometer nicht scheut, sollte unbedingt nach Alençon, dem Geburtsort, wo die Erinnerung an sie liebevoll gepflegt wird.

Übernachten kann man gut in der „Eremitage“ gleich neben dem Karmel. Da ist man in guter geistlich-entspannter Atmosphäre zusammen mit vielen Gästen aus Frankreich und aller Welt.

 

Mettlach (Saar)
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Spätgotische Darstellung des hl. Lutwinus in de Pfarrkirche

Nicht ganz bis nach Frankreich, aber fast. Dann ist man am schönsten Fleckchen Erde des Saarlandes, jener am meisten unterschätzten deutschen Landschaft (unendlich viel Wald, sanfte Hügel noch und nöcher und ein vielleicht nicht immer sanfter, aber äußerst geselliger Menschenschlag): die Saarschleife in Mettlach. Bekannt ist der Ort durch die Keramik von Villeroy & Boch, aber noch bedeutender ist sein Heiliger, der hl. Ludwinus. In den Tagen zwischen Christi Himmelfahrt und dem Vortag von Pfingsten findet hier eine der großen Wallfahrten des Bistums Trier statt. Das ist keine bloße Kaffee-und-Kuchen-Pilgerei, sondern viel Gebet, große Liturgie, bedeutende Zelebranten, Zielgruppengottesdienste, tolle Kirchenmusik und… natürlich auch saarländische Geselligkeit bei einem Glas Lutwinus-Bräu. Highlights: Die Eröffnung am Abend von Christi Himmelfahrt, der Kirmessonntag und der Abschluss am Abend vor Pfingsten. Großartig zu verbinden z.B. mit einem Wanderwochenende, bestens ausgebauter Gastronomie und ein paar Mitbringseln von V & B.

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