Ein kluger Kopf…

strohblond, ein dicker Kopf, groß, stämmig, gesund, zäh und auf dem Haupt ein wenig kahl…

Als er dieses Buch begann, lebte er für einige Jahre in einem weltweit bekannten Wallfahrtsort, und zwar an einem durchaus idyllischen Platz mit einem guten Blick über die Dächer der Stadt und direkt neben einer schönen alten Kirche, die heute vor allem wegen ihrer uralten Holztüren bestaunt wird. Diese war zwar nicht vorrangiges Wallfahrtsziel, aber doch liturgisch an einem besonderen Tag sehr bedeutsam. Doch er war ohnehin ganz der Gelehrte, der am liebsten zwischen Büchern oder unter Studenten saß, lehrte, schrieb oder diskutierte. Dass er – strohblond, ein dicker Kopf, groß, stämmig, gesund, zäh und auf dem Haupt ein wenig kahl – freilich überhaupt den Mund aufmachte, war nicht selbstverständlich, denn seine Freunde verglichen ihn liebenswürdig-ironisch mit einem Tier, das nur sehr gelegentlich von sich hören lässt. Ein Mann des Geistes also (übrigens auch sagenhaft zerstreut!), und doch gelang es ihm nicht, sein großes Werk an diesem Wallfahrtsort abzuschließen, ja überhaupt blieb es aus seiner Feder unvollendet. Mitten im dritten (und immerhin letzten) Teil musste er abbrechen, und seine Schüler ergänzten ihn aus seinen Vorlesungen und Notizen. Doch das hatte seine Gründe, hatte er doch auch viele andere theologische und philosophische Werke zu vollenden, ganz zu schweigen von seinen Professorenpflichten und schließlich auch einer weiten Reise zu einem Ökumenischen Konzil, das übrigens auch wesentlich der Ökumene gewidmet war. Übrigens nicht alle Kirchenfürsten schätzten ihn sehr, und in seiner Universitätsstadt brachte der Bischof kurzzeitig seine Thesen in Verruf, und das auch noch nach seinem Tod. Das war nicht der einzige Prozess, der ihm auch noch posthum gemacht wurde. Ein zweiter, sehr viel aufwändigerer Prozess brauchte bis zur Eröffnung nicht weniger als 44 Jahre; er ging für unseren Professor allerdings gut und durchaus ehrenvoll aus.

Was Jesus getan und wie er gelebt hat

Doch zurück zu unserem Buch. Zeitweilig war es sehr beliebt und viel gelesen, heute ist sein Stern trotz vieler Lippenbekenntnisse doch ziemlich stark gesunken. Eigentlich schade, denn es ist doch immer für eine Entdeckung gut. So für die, nach der wir im Osterrätsel 2018 suchen. Noch zu Beginn des dritten Teils widmete sich unser Verfasser recht ausführlich dem Leben Jesu, also nicht nur den großen Themen Inkarnation, Kreuz und Auferstehung, sondern daneben auch etwa Jesu Armut, seinen Wundern und seinem Fasten. In seiner gewohnt gründlichen Art behandelte er dabei z.B. die Frage, warum Jesus nichts Schriftliches hinterlassen habe (wirklich ein auffälliger Kontrast zu unserem Autor!), und gab sich gleich mehrere Antworten, unter anderem die für einen Vielschreiber wirklich demütige: Die höhere Art zu lehren bestehe darin, den Hörern die Lehre in die Herzen einzuprägen. Aber immerhin, eine glaubwürdige Überlieferung erzählt, Jesus selbst habe ihn am Ende seines Lebens für seine Schriften gelobt, und gläubige Menschen dürfen mit Gewissheit davon ausgehen, dass er nun auch im Himmel seinen verdienten Lohn erhalten hat.

Die Frage

Die Frage des Osterrätsels lautet nun: Wie heißt der Autor, wie sein Buch und wo findet sich darin das Leben Jesu von seinem Kommen in die Welt bis zu seiner Auferstehung, Himmelfahrt und Wiederkunft?

Einsendungen und Preis

Wer die richtige Antwort gefunden hat (oder gefunden zu haben glaubt), sende eine E-Mail an andreas.wollbold@lmu.de.

  • Es muss der vollständige Name und die Postadresse angegeben werden. Beides wird ausschließlich im Rahmen dieses Rätsels verwendet.
  • Einsendeschluss ist der Ostermontag, 2. April 2018, um 24 Uhr.
  • Als Preis werden unter den richtigen Einsendungen drei Exemplare des neuen Philosophischen Romans verlost: „Felapton oder Das letzte Glück“ (oder nach Absprache ein anderes aus meiner Kollektion).
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Viel Spaß beim Rätseln und viel Erfolg!

Ein Gedanke zu „Osterrätsel 2018

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