Osterrätsel 2021 – die Auflösung

Manche sagten, das Osterrätsel 2021 war leicht, vor allem im Vergleich zum letzten Weihnachtsrätsel. Umso besser, denn so gab es wieder eine rege Beteiligung. Besonders gefreut hat mich, dass auch Teilnehmer am Religionsunterricht bei ihrem Distanzunterricht auf den Blog des Osterrätsels zurückgegriffen haben. Jedenfalls war deutlich zu erkennen: Wer mit alten liturgischen Traditionen aufgewachsen ist, hatte dieses Mal eindeutig die Nase vorn. Denn das, worum es ging, war und ist mancherorts bis heute eine beliebte liturgische Form an Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag. Und worum ging es? Weiterlesen

Osterrätsel 2021

Gesucht ist dieses Mal etwas Liturgisches. Genauer gesagt ein Utensil für die Heilige Woche, die Karwoche. Über viele Jahrhunderte war es genau genommen das in dieser Heiligen Woche am häufigsten gebrauchte besondere Utensil. Was jedoch über viele Jahrhunderte Kernbestand einer der bedeutendsten nicht-eucharistischen Liturgien in dieser heiligen Zeit gewesen war, ist heute vielfach verschwunden. Auch diesen ganzen Gottesdienst trifft man nur noch ausnahmsweise an, zumindest in den meisten Gemeinden. Aber was nicht mehr ist, das kann ja wieder einmal werden. Lohnen würde es sich wirklich, nicht zuletzt weil das Utensil sich durchaus auch in der evangelischen Liturgie findet. So könnte man diese Feier sehr gut auch ökumenisch halten. Dadurch würde sich dann auch gar nicht erst die Frage nach der Interkommunion bei Eucharistie und Abendmahl stellen. Außerdem ist es wohl der einzige liturgische Anlass, bei dem man das hebräische Alphabet lernen kann – dies allerdings auf eine ziemlich klägliche Art. Weiterlesen

Weihnachtsrätsel 2020 – die Auflösung

Nun ist die Weihnachtsrätsel-Zeit vorbei, und es hat wieder viele Einsendungen mit der Lösung gegeben. Nicht alle waren richtig, und es hat sogar einen irrigen Vorschlag gegeben, der sich hartnäckig durch einige Einsendungen gehalten hat. Ob die gute Vernetzung nicht manchmal auch zum Schaden wird? Wie auch immer, die richtige Lösung lautet:

Papst Clemens VI. (Pierre Roger)

Der Papst in Avignon war 1290/91 im französischen Maumont, Corrèze, geboren. Bis heute leidet er darunter, dass er als Inbild eines dekadenten Papsttums in der „babylonischen Gefangenschaft der Kirche“ gilt, also als ein Nachfolger Petri, der nicht in Rom, sondern in Avignon residierte. Besonders die Schwarzmalerei durch den großen Dichter Petrarca, der eine Zeit lang selbst am Hof von Avignon gelebt hatte, hat ihm nachhaltig geschadet. So warf man ihm eine allzu opulente Hofhaltung vor, moralisch ein Doppelleben und in der Personalpolitik einen schamlosen Nepotismus, also die Besetzung führender Ämter mit Familienangehörigen. Nun war er gewiss kein Heiliger (wie wohl ohnehin die allzu vorhersehbare Heiligsprechung von Päpsten unserer Zeit vorbehalten ist), aber ebenso wenig ein Schandfleck auf dem Stuhl Petri. Weiterlesen

Weihnachtsrätsel 2020

Corona hält uns im Bann. Langer Atem ist erforderlich. Um nicht ganz von der Situation beherrscht zu werden, gibt es viele Gegenmittel. Eines davon ist der Blick in die Geschichte. Zu einem solchen Befreiungsschlag in andere Zeiten möchte auch das Weihnachtsrätsel 2020 einladen, und zwar in eine richtige Ferne, also nicht ins 21. Jahrhundert und auch nicht ins 20. Jahrhundert. Dabei schlägt es eine richtige Schocktherapie vor, natürlich nur durch einen gedanklichen Ausflug in eine Epoche, da eine Seuche in unvorstellbarer Heftigkeit Jung und Alt in vielen Ländern hinwegraffte und ihre Wellen ein halbes Jahrhundert umfassten. Da mussten die Menschen doch verrückt werden, oder? Krisen bringen an den Tag, was im Menschen steckt, und das ist leider nicht nur reine Menschlichkeit und Güte, damals wie heute. Weiterlesen

Sommerrätsel 2020 – die Auflösung

Das Sommerrätsel 2020 fragte nach dem Roman „La Pharisienne (Die Pharisäerin)“ von François Mauriac, dem zusammen mit Georges Bernanos bekanntesten Vertreter der literarischen und intellektuellen „Renouveau catholique“. Dieser Roman ist 1941 entstanden und gehört zu den bedeutendsten Werken dieses großen Schriftstellers, der in unserer Zeit sicher auch in deutschsprachigen Ländern eine Wiederentdeckung verdient hätte (vielleicht auch mit schlanken, griffigen neuen Übersetzungen!). Die gesuchte Priestergestalt ist

Abbé Calou. Weiterlesen